Female Future Force Day Funkhaus Berlin: Inspirierende Vorträge, tolle Frauen - Karriere als Frau
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Female Future Force Day Funkhaus Berlin: Inspirierende Vorträge, tolle Frauen

Female Future Force Day Funkhaus Berlin: Inspirierende Vorträge, tolle Frauen

Female Future Force (FFF) Day…das war ein Tag voller weiblicher Inspiration mit Impulsgeber*innen aus Politik und Wirtschaft. Ich und weitere 4000 Frauen folgten der Einladung von EDITION F und pilgerten am Samstag, den 25.9.2018 F ins Funkhaus an der Spree in Berlin, ein großes Areal mit mehreren Backsteingebäuden im Industrie-Chic.

Zurück aus Berlin und völlig angefixt von diesem Tag möchte ich die Werbetrommel dafür rühren: Jede, die sich für Frauenbewegung, Entrepreneurship, Karriere & Familie oder Personal Growth interessiert, möchte ich diesen Event und diese Bewegung ans Herz legen.

 

FFF Day…DAS KONZEPT

In der Shedhalle des Funkhaus Berlin warben Unternehmen wie Google, Accenture oder Vodafone an ihren Ständen um neue Mitarbeiter und präsentierten die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten. Im Obergeschoss konnte man sich beim Fernsehsender SIXX tätowieren und beim Beauty-Hersteller L´Oreal schminken und sogar piercen lassen. Der Kamera-Hersteller Nikon bot interessierten Frauen ein professionelles Fotoshooting an. Der Veranstalter sorgte sich auch um die anwesenden Mütter und betreute ihre Kinder.

Im Outdoor-Bereich stillten Food Trucks mit Burger, Pasta, Asia-Reis oder Linseneintopf den Hunger der Teilnehmer*innen und die Lillet-Bar schänkte verschiedene Aperitifs aus. Wasser, Smoothies, Obst und vegane Schokoriegel lagen in Körben aus. Mercedes warb mit der Kampagne „She´s Mercedes“ in einer schicken Kaffee-Lounge mit kleinem Innenpool und Dachterrasse für seine Marke.

Alles auf höchstem Niveau im typischen Berliner Style.

 

FFF Day…DAS PROGRAMM

Es gab 9 Streams mit den Themen Frauenbewegung, Entrepreneurship, Karriere & Familie, Personal Growth und Impact, in unterschiedlichen Formaten organisiert: Podiums-Diskussionen, Empowerment Talks, Panels, Interviews und Masterclasses. (z. B. Cross-Innovation). Für diese Masterclasses musste man sich im Vorfeld online anmelden: Um 08:00 startete der Vorverkauf, um 08:10 habe ich schon keine Karten mehr bekommen.

 

WAS HABE ICH MIR ANGESCHAUT?

Die Keynotes kamen von Rose McGowan, die Initiatorin der meetoo-Kampagne in den USA. Sie warb für mehr Mut, Dinge anzugehen und die eigenen Ängste zu überwinden: To be brave does not mean having no fear, it means you do it anyway.

Danach schaute ich mir den Vortrag von Miriam Meckel, Chefredakteurin des Resorts Technologie bei der Wirtschaftswoche, Buchautorin und Professorin in St. Gallen, an. Miriam referierte über die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und was entstehen kann, wenn der Mensch an das Internet angeschlossen wird. Es wird Fluch und Segen für die Menschheit sein: Die Technologie kann behinderten Menschen, die nicht mehr sprechen können, eine Stimme geben. Es wird aber auch möglich sein, sein eigenes Gehirn, und auch sein Gemüt über eine App zu steuern. Nur wer sind wir dann? fragt Miriam misstrauisch.

Frauen in den Medien, wie z. B. die Schauspielerin und Moderatorin Ruth Moschner oder die Sex-Bloggerin Paula Lambert diskutierten über die Stellung der Frau in der Medienbranche, vor wie auch hinter der Kamera.

Sara Nuru – man kennt sie als Siegerin des Model-Wettbewerbs „Germany´s Next Topmodel“ – hat mich positiv überrascht. Sie erzählte von ihrem mutigen Schritt, die Modelkarriere aufzugeben und ein Start-Up zu gründen, welchen Äthiopischen Kaffee vertreibt (Nuru Coffee) und einen Teil der Einnahmen direkt an die Frauen auf den Kaffeeplantagen zurückgibt (Nuru Women). Sie wollte sich selbst beweisen, dass sie nicht nur schön sein kann, sagt sie. Sara ist eine junge, sehr selbstreflektierte Frau, die offen mit ihren Schwächen umgeht und für ihre Ideale kämpft: Total unglamourös erzählt sie von ihrem Start-up, welches sie zusammen mit ihrer Schwester und einer Praktikantin betreibt. Kostendeckend und ohne Investors nur möglich, weil sie ein finanzielles Polster aus der Modelkarriere hat.

Auf der Podiumsdiskussion diskutierten Politiker und Frauen in den Führungsetagen über die Frage „Warum gibt es keine Frau im Vorstand Deutschlands DAX-Unternehmen?“ Sie waren allesamt davon überzeugt, dass wir jetzt die Krücke „Frauenquote“ benötigen, und zwar nicht nur im Aufsichtsrat, sondern auch im Mittelstand, um eine Diversity in den Führungsetagen zu bewirken. Die freiwillige Selbstverpflichtung funktioniert nicht, denn nach wie vor entscheiden Männer darüber, wer die Führungsposition bekommt und sie möchten unter sich bleiben. Simone Menne, eine der wenigen weiblichen CFOs in Deutschland (Lufthansa, Boehringer Ingelheim) bemängelte, dass wenn Männer aufgrund der Frauenquote befördern müssen, sie vor allem ungefährliche Frauen in ihr Team aufnehmen. Sie spricht aus jahrelanger Erfahrung im Top Management.

In der Mercedes Lounge erzählten prominente Frauen in einem 15-Minuten Talk von ihrem Tag, der ihr Leben veränderte. Steffi Czerny, Gründerin von DLD, arbeitet im Stab von Hubert Burda und sie berichtete lebhaft darüber, wie es dazu kann: Als 41jährige Hausfrau mit 4 Kindern lernte sie in einem Skilift den Verleger Hubert Burda kennen und er stellte sie ein, um die Message „Das Internet wird die Welt verändern“ in Deutschland zu verbreiten. Das war vor 20 Jahren.

Im Panel um die Frage „Metoo und was daraus folgen muss“ diskutierten Medienfrauen und Reporterinnen darüber, was die #-Kampagne bewirkt hat und wie es nun weitergehen muss. Die Schauspielerin Jasmin Tabatabai hat mir besonders gut gefallen: Sie hat die Dinge ohne Umschweife beim Namen genannt und klar ihre Forderungen formuliert: Nach wie vor werden 80% der Fördergelder für die Produktion von Filmen an Männern vergeben: Männer unterstützen Männer. Wir brauchen die Quote, auch in der Filmindustrie!

 

FAZIT

Nach jeder Session hat man die Aufbruchstimmung gespürt: Diese Frauen möchten nicht nur Frau, sondern auch Unternehmerin sein. Sie möchten nicht nur gut aussehen und ihre Weiblichkeit zeigen, sondern auch etwas mit Sinn erschaffen. Sie möchten die traditionellen Strukturen aufbrechen und ihr Recht auf Mitgestaltung einfordern.

 

Wir stellen mehr als 50% der Gesellschaft…wir sollten anfangen, uns einzumischen!

 

Rose McGowan in den Keynotes

Miriam Meckel referiert über Künstliche Intelligenz

Sara Nuru von ihrem Weg von Model zur Start-up-Gründerin mit Impact

Panel-Diskussion über die #metoo-Kampagne